Sozopol
Lage: Die Stadt Sozopol mit ca. 7000 Einwohnern befindet sich 31 km südöstlich von Burgas und 421 km östlich von Sofia entfernt. Die Stadt liegt auf einer kleinen felsigen Halbinsel, gelegen auf einem Landstreifen von 100 m im äußersten südlichen Teil der Bucht von Burgas. Nach 1925 beginnt die Stadt sich in Richtung des Harmani Strandes zu entwickeln, wobei sie heute eine ziemlich große Fläche in dieser Richtung einnimmt.
Die thrakischen Stämme Nipsäi und Skirimian haben sich am frühesten auf diesen Gebieten angesiedelt. Im 7. Jahrhundert v. Chr. begannen sich griechische Kolonisten auf dem Territorium niederzulassen, die der Stadt den Namen Apollonia zu Ehren des Gottes der Künste Apollo gegeben haben. Apollonia entwickelte sich hauptsächlich als Handelszentrum für Honig, Weizen, Wein, Speiseöl, Textilien usw. Viele entdeckte historische Funde zeugen davon, dass die kleine Stadt Haupthandelszentrum der ganzen Schwarzmeerküste war. Jahrhunderte vor der Gründung von Apollonia betraten auch die von Jason angeführten Argonauten das Territorium der Stadt.
Die Reiseliebe und der Durst nach neuen Entdeckungen regten die Einwohner von Apollonia an, Territorien im Landesinneren kennen zu lernen und neue Koloniestädte zu gründen.
Auf diese Weise wurden Anhialo, Pirgos, Thermopolis und Aetos gegründet. Die Stadt wurde sogar dem von Perikles von Athen gegründeten Seebund angegliedert. Die wirtschaftlichen und politischen Streitigkeiten mit der von Griechen dorischer Herkunft besiedelten Stadt Mesembria verwandelten sich zu Kriegen. In ältesten Zeiten war Hauptansiedlungsort der Kolonisten die Insel Kirik. Später suchte Apollonia Hilfe von Philipp von Makedonien gegen die Überfälle der Skythen. Später während der Regierungszeit des Sohnes von Philipp und seines Nachfolgers, Alexander des Großen, wurde die Stadt in sein riesengroßes Kaiserreich einbezogen.
Die Stadt geriet mehrmals in ihrer Geschichte unter die Angriffe der zahlreichen Nomadenstämme, die durchs Territorium der Balkanhalbinsel zogen. Im 1-Jh. v. Chr. fiel sie unter römische Herrschaft und wurde von den Legionen des Marcus Lucullus bis auf den Grund zerstört. Interessant ist die Tatsache, dass die Römer kurz danach die zerstörte Stadt wiederhergestellt und die Errichtung einer 13 m hohen Bronzestatue des Stadtsymbols, des Gottes Apollo angeordnet haben, die vom Bildhauer Kalamis, geschaffen wurde.
Die Statue wurde nach Rom als Muster der in diesem Teil des römischen Kaiserreiches entwickelten Kunst überführt. Im 6. Jh. v. Chr. begann Apollonia eigene Münzen zu prägen. Die römische Herrschaft dauerte drei Jahrhunderte und erwies sich als ein in hohem Grade ruhiger Zeitraum in der Entwicklung der Stadt, die dadurch von den Einfällen der Nomadenstämme geschützt wurde.
Im 5. Jahrhundert nach Chr. wurde die Stadt in den Grenzen des Byzantinischen Kaiserreiches und zur Zeit des Khans Krum des Schrecklichen zum ersten Mal Bulgarien eingegliedert. Wegen ihrer Lage in einer Region, die oft zum Streit- und Kriegsobjekt zwischen Bulgarien und Byzanz wurde, gehörte Apollonia wie die anderen Städte an der südlichen Küste oft bald zu Byzanz bald zu Bulgarien. Im Mittelalter gelang es der Stadt, den Status eines Verwaltungszentrums zu erlangen. Im 14. Jahrhundert wurde sie mehrmals von der Genuesischen Flotte überfallen und später von den Rittern des Amadeus von Savoyen eingenommen. Nach langer Besatzung fiel die Stadt in 1453 unter türkische Fremdherrschaft. Seitdem werden in der Stadt nur Holzhäuser gebaut, die ältesten davon noch in den einmaligen alten Straßen gesehen werden können.
Sozopol erlebte die Befreiung von der türkischen Fremdherrschaft als kleine Fischersiedlung, die später zum größten Fischereizentrum auf dem Territorium der westlichen Schwarzmeerküste neben dem sich entwickelnden Tourismus wurde. Der bekannte Königsstrand befindet sich im nördlichen Teil der Stadt. Eingebettet zwischen den Felsen im südlichen Teil von Sozopol liegt der Paradiesstrand und weiter südlich ist der Strand von Kavatsite, wo der gleichnamige Campingplatz errichtet ist. In unmittelbarer Nähe vom so genannten neuen Stadtteil von Sozopol liegt der Harmani Strand. 1993 wurde hier eine antike Nekropole entdeckt, deren Ausgrabungen noch andauern.
Sehenswürdigkeiten: Die Sehenswürdigkeiten von Sozopol sind zahlreich, jedoch kann keine davon allein für sich getrennt von den anderen besichtigt werden. Deshalb beeindruckt Sozopol seine Besucher und Gäste als ein ganzes Ensemble.
Die Kirchen in der Stadt, die in der Zeit der Renaissance erbaut wurden, sind Heiliger Zosim und Hochheilige Jungfrau Maria. Von besonderem architektonischem Interesse sind die Häuser von Dimitar Laskardis (aus dem 17. Jahrhundert, heute Gemäldegalerie), des Fischhändlers, das Haus von Ana Trendafilova (Haus der Sonne), das Haus von Kurtidis, das Haus von Lina Psaryanova (wo jetzt die Gaststätte „Stenata“ /„Die Mauer“/ untergebracht ist) u. a.
Die alten Kopfsteinpflasterstraßen, die hohen Zäune und die davor sitzenden alten Frauen, die Spitzen häkeln und Feigenkonfitüre verkaufen, sind ein untrennbarer Bestandteil dieses dreijahrhundertealten Ensembles. Interessante Stätten zur Besichtigung sind das archäologische Museum und die Gemäldegalerie. Mehr noch, Anfang September jedes Jahres finden die internationalen Kunstfeste Apollonia statt, die Künstler und Kunstliebhaber aus dem In- und Ausland anziehen. Die Insel Hl. Ivan, die größte Insel in den bulgarischen Territorialgewässern, liegt in nördlicher Richtung, 2 km von der Stadt entfernt. Die Insel beherbergt einen Leuchtturm, der zusammen mit diesem bei Pomorie den Eingang der Bucht von Burgas beleuchtet.
Einst hat die Insel ein Kloster mit dem Namen Heilige Mutter Gottes beherbergt, später auf Heiligen Yoan Protodromos umbenannt.
Umgebung: Außerhalb Sozopol gibt es eine Vielzahl von Fjorden als Formationen des Südens. Das Ufer hier ist besonders hoch und den sich daran zerschlagenden Wellen ausgesetzt. Es sind auch zahlreiche entlegene Höhlen. Ca. 20 km südlich entfernt liegt die Mündung des Ropotamo Flusses, der zu einem nationalen Naturschutzgebiet erklärt wurde. Ein kennzeichnendes Merkmal des Flusswassers ist, dass es salzig ist, obwohl es bei seiner Quelle süß ist, einige Kilometer weiter flussabwärts verändert es seinen Geschmack.
Die salzigen Flusswässer werden hauptsächlich von Meeresfischarten wie Meeräsche bewohnt, es sind aber auch Flussfischarten wie z.B. Karpfen anzutreffen. Alles ist ökologisch rein und die Wasserfarbe wird vom dort gedeihenden roten Plankton bestimmt. Jagd und Angeln sind in der Region von Ropotamo verboten. Der Ferienkomplex Düni liegt 12 km von Promorsko entfernt, er wurde 1987 nach einem bulgarisch-österreichischen Projekt errichtet. Er bietet eine Vielzahl von Hotels, Villen und Bungalows. Die Strände Alepu und Arkutino in der Nähe vom Ferienort in südlicher Richtung sind schöne Plätze mit unberührter Natur.
Die Insel Heliger Thoma liegt in unmittelbarer Nähe. Das ist eine kleine Insel, die ihren Namen vom Heiligen Thome und der in seiner Ehre errichteten Kapelle bekommen hat. Den Legenden nach war die Insel Jahrhunderte lang eine Piratenzuflucht, wo die Piraten ihre Schätze aus den geplünderten Schiffen versteckten. In den Küstenfelsen haben sich Höhlen gebildet, die nur unter Wasser zugänglich sind und dort haben die Piraten den Legenden nach ihre Schätze versteckt
Auf der Insel sind viele Schlangen anzutreffen, deshalb wird sie auch die Schlangeninsel genannt. Die Inselfläche beträgt 10 Dekar und ist der einzige Platz, wo wilde Kakteen gedeihen. Die Insel wurde zur Pufferzone zusammen mit dem Naturschutzgebiet Maslen Kap, dem östlichsten Teil des Strandzha Gebirges und dem drittgrößten Kap an der bulgarischen Küste. Seine steilen Hänge machen es fast unzugänglich. Seit undenkbaren Zeiten verbreiten sich Legenden von den zahlreichen Schiffen, die an den Felsen unter dem Kap zerschellten. Da die meisten Schiffe, die dort einen Schiffbruch erlitten, Olivenöl in Amphoren transportierten, trägt das Kap seinen gegenwärtigen Namen.
Weiter südlich liegt der Campingplatz Perla an einer der schönsten Buchten an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Hier geht der Strand allmählich in ein grünes Wäldchen über. Unweit liegt auch der Stamopolo Sumpf. Zwei nationale Naturschutzgebiete, Vodna lilia (Wasserlilie) und Veliov Vir decken diese Region. Hier verläuft die Vogelzugroute Via Pontika. Ende des Sommers versammeln sich jedes Jahr hunderte Störche, Pelikane und etwa 30 andere Vogelarten in der Region, bevor sie nach Süden ziehen.
Unterbringung und Service: In Sozopol gibt es viele Unterbringungsmöglichkeiten für Touristen und Gäste sowohl im alten als auch im neuen Stadtteil. Die Hotels Radik und Grudov zählen zu den bekanntesten. Ebenfalls gibt es eine Vielzahl von Campingplätzen ringsum Sozopol, wo die Touristen unvergessliche Ferien wie z.B. Kavatsite, Smokinya, Veselie, Zlatna Ribka, Gradina. Sie bieten Bungalows verschiedener Kategorien und Plätze für Caravans, Zelte und Fahrzeuge. Die Preise sind völlig moderat, der Service und die Hygiene sind auf hohem Niveau. Man kann auch vorziehen, im nahe gelegenen Dorf Chernomorets zu übernachten, wo die Preise niedriger im Vergleich mit Sozopol sind. Das Dorf liegt nur 6 km von Sozopol entfernt, bietet jedoch eine reiche Auswahl an Unterbringungsmöglichkeiten in geräumigen neuen Privatquartieren.
Der Besucherfrequenz nach zu urteilen, bevorzugen die Touristen meistens die kleinen Ufergaststätten im alten und neuen Stadtteil.
Interesse erwecken die Themenrestaurants Vyatarna melnitsa (Windmühle), Sozopol Taverne, Athen Taverne, die Restaurants Xantina, Neptun, Fischerschiff, Druzhba (Freundschaft), Orpheus, Olymp und Lilie. Einige davon sind sehr interessant, weil sie auf alten Ruinen errichtet und in Häusern untergebracht sind, die nach detaillierten archäologischen Untersuchungen restauriert wurden. Ein solches Beispiel ist die Gaststätte Stenata (Die Mauer), deren Keller seinerzeit als Getreidelager genutzt wurden, und die Gaststätte Der Brunnen, der an der Stelle einer Quelle errichtet wurde, die die Stadt mit Trinkwasser über Keramikrohre versorgt hat.
Die Preise in den Restaurants sind hoch, moderater sind die Preise in den Campingplätzen und den kleinen Gaststätten am Meeresufer. Es gibt viele Lebensmittelgeschäfte und Obst-und Gemüsemärkte. Frisch gefangenen Fisch kann man direkt von den Fischern am Kai kaufen.
Transport: In Sozopol gibt es regelmäßigen Transport nach Burgas sowie Streckentaxis, Minibusse und Taxis.
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